Modelle der Kinderbetreuung: Teil 1 - KiTa und Tagesmutter

Es ist ratsam, sich so früh wie möglich mit den örtlichen Angeboten im Bereich Kinderbetreuung auseinander zu setzen. Gelegentlich melden Eltern ihr Kind schon vor der Geburt bei einer Betreuungseinrichtung an, um dort einen der begehrten Plätze zu ergattern. Umstritten ist jedoch der Aspekt, wann ein Kind frühestens von einer fremden Person betreut werden sollte. Einigen Eltern bleibt nichts anderes übrig, als kurz nach der Geburt des Kindes wieder in das Berufsleben zurückzukehren. Andere widmen sich wiederum mehrere Jahre ganz der Erziehung und Betreuung ihres Nachwuchses.

Grundsätzlich gibt es viele verschiedene Betreuungsmodelle für Kinder. Welches jedoch in Anspruch genommen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sowohl der zeitliche Betreuungsumfang, als auch die regionalen und finanziellen Gegebenheiten spielen eine wesentliche Rolle bei der Entscheidungsfindung. In vielen Fällen haben die Eltern jedoch keine Wahl: Sie müssen das einzig zur Verfügung stehende Angebot nutzen oder sind gar gezwungen, die Betreuung allein zu übernehmen. Ob das Kind ganztägig oder nur stundenweise betreut werden soll, hängt meistens ab von den Arbeitszeiten der Eltern.
Leider gibt es sehr starke regionale Unterschiede bei den Betreuungsangeboten, besonders zwischen den alten und den neuen Bundesländern.

Welche Vor- und Nachteile die unterschiedlichen Betreuungsmodelle bieten, soll in 3 Blogbeiträgen kurz erläutert werden. Heute geht es um die Kinderbetreuung in der KiTa und bei einer Tagesmutter. Die anderen beiden Beiträge befassen sich mit der Betreuung der Kinder in Betriebskindergärten und bei einem Babysitter (Teil 2) sowie bei einer Kinderfrau / Aupair und den Großeltern / Ersatzgroßeltern (Teil 3).

KiTa

Das Betreuungspersonal in einer Kindertageseinrichtung ist pädagogisch ausgebildet und bietet den Kindern einen abwechslungsreichen, als auch strukturierten Tagesablauf mit festen Elementen. Sowohl Kinderkrippen, Kindergärten als auch Horte zählen zu den Kindertageseinrichtungen. Dort werden Kinder frühzeitig gefördert und erlernen den Umgang mit anderen Kindern. Leider haben einige Kinder große Schwierigkeiten, sich (anfänglich) in eine große Gruppe einzugewöhnen. Nachteilig für die Eltern sind die oftmals sehr unflexiblen Betreuungszeiten, besonders für Berufstätige, die Abends oder an den Wochenenden arbeiten. Einige Eltern betrachten die Betreuung in einer KiTa als ungeeignet, da die individuelle Förderung einzelner Kinder nur beschränkt möglich ist. Es gibt unzählige Arten von KiTas und pädagogischen Konzepten. Besonders in den Ballungsräumen ist es lohnenswert, sich über die verschiedenen Angebote kundig zu machen und das optimale auszusuchen.

Kindertagespflege bei Tagesmüttern/ -vätern

Fakt ist: Die Zahl der Tagesmütter in Deutschland ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Im Gegensatz zu den KiTas ist die Betreuung bei einer Tagespflegeperson individueller, familiärer und flexibler und eine Alternative z.B. für schüchterne Kinder. Maximal 5 Kinder werden in einer Kleingruppe betreut. Die Tagesmutter nimmt die Kinder bei sich zu Hause auf.
Der finanzielle Aufwand ist bei der Betreuung des Kindes durch eine Tagesmutter in der Regel höher als der Beitrag für einen Betreuungsplatz in einer kommunalen Einrichtung. Ein Manko ist die gelegentlich unzureichende pädagogische Ausbildung der Tagesmütter. Zwar muss jede Tagespflegeperson eine Pflegeerlaubnis vorweisen, doch die Vorgaben der einzelnen Behörden schwanken stark. Zudem muss im Krankheitsfall ein Ersatz gesucht werden.

 

1 Kommentar »

  1. Inis said,

    Februar 15, 2009 @ 10:54

    Danke für diese tolle Zusammenfassung der unterschiedlichen Modelle zur Kindertagesbetreuung. Gerade uns Tagesmüttern ist wichtig, diese Betreuungsform mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu richten. Dass allerdings die Betreuung bei einer Tagesmutter teurer sein muss oder die pädagogische Ausbildung unzureichend ist, stimmt so nicht. Das sind sicher Einzelfälle, aber mittlerweile gibt es sehr umfangreiche Qualifikationsprogramme für Tagesmütter (in Schleswig-Holstein) 1 Jahr.

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