Modelle der Kinderbetreuung: Teil 3 – Kinderfrau / Au-Pair und Großeltern / Ersatzgroßeltern
Im 3. und letzten Teil betrachten wir die Betreuung der Kinder durch eine Kinderfrau bzw. ein Au-Pair näher und erläutern die Vor- und Nachteile einer Betreuung durch die Großeltern bzw. Leihgroßeltern.
Kinderfrau / Au-Pair
Bei der Anstellung einer Kinderfrau (engl. Nanny) erfolgt die Betreuung des Kindes im eigenen Haushalt, entweder auf Vollzeit oder Teilzeitbasis. Besonders beruflich sehr engagierte Eltern nutzen diese Form der Kinderbetreuung. Neben der Fürsorge und Pflege des Kindes übernimmt die Nanny auch oft kleine Haushaltsarbeiten und Fahrdienste. Familien, die eine verlässliche, professionelle und individuelle Kinderbetreuung suchen, profitieren sehr von dieser Betreuungsform. Jedoch ist die Beschäftigung einer Kinderfrau mit einem relativ hohen finanziellen Aufwand verbunden und der Kontakt des Kindes mit der Nanny möglicherweise intensiver als mit der Mutter selbst.
Auch ein Au-Pair arbeitet direkt im Haushalt der Familie, hat dort sein eigenes Zimmer und ist ebenfalls für den Haushalt und die Rundumbetreuung der Kinder zuständig. Wenn Eltern sowohl Wert auf eine familiäre Betreuung, als auch auf eine zweisprachige Erziehung und Flexibilität legen, ist ein Au-Pair-Mädchen eine gute Alternative.
Im Gegensatz zu einer Nanny hat ein Au-Pair in der Regel keine pädagogische Ausbildung und ist nicht immer sehr erfahren im Umgang mit Kindern. Interessierte sollten sich bewusst darüber sein, dass die Beschäftigung eines Au-Pair auch eine gewisse Zeit erfordert. Es ist nicht nur des Jobs wegen bei der Familie, sondern auch um Land und Leute kennen zu lernen. In den meisten Fällen dauert die Beschäftigung nur ein Jahr.
Großeltern / Ersatzgroßeltern
Zeit bei den Großeltern zu verbringen, ist für die meisten Kinder eine wunderbare Erfahrung. Wohnen diese nicht weit entfernt, lassen viele Eltern das Kind von den eigenen Eltern betreuen. Sie können die Kinder einer Vertrauenspersonen überlassen und in dieser Zeit anderen Beschäftigungen nachgehen.
Leider haben nicht alle Eltern das Glück, ihr Kind für eine gewisse Zeit von Oma und Opa betreuen zu lassen. Dafür gibt es in vielen Städten bereits so genannte Leihgroßeltern-Dienste, die rüstige Rentner für die Betreuung von „Ersatz-Enkeln“ vermitteln. Von Vorteil ist hier die große Flexibilität und die familiäre Atmosphäre während der Betreuung.
Dass ältere Betreuungspersonen nicht den gleichen Aktivitäten nachgehen können wie ein 16-jähriger Babysitter ist verständlich. Doch von der Lebenserfahrung und der Aufgeschlossenheit der (Ersatz-) Großeltern können die Kinder nur profitieren und lernen die soziale Interaktion auch mit älteren Menschen.